Beispiel 1: Mediation

 

Ehepaar X ist schon seit 21 Jahren verheiratet. Zwei Kinder – eines ist schon volljährig, das zweite Kind in Ausbildung. Beide wohnen noch im gemeinsamen Haus. Frau X hat in den letzten Jahren keinen Beruf ausgeübt, da sie mit der Betreuung der Kinder und des Hauses beschäftigt war. Dies war für das Ehepaar auch kein Thema.

Herr X hat in den letzten Jahren den Aufbau seiner Karriere forciert. Die finanzielle Versorgung der Familie ist durch diesen bestens gelungen. Das Ehepaar X hat sich immer mehr auseinender gelebt, wenig bis keine Kommunikation, andere Interessen. Plötzlich stellen beide fest, dass ein Leben gemeinsam nicht mehr möglich scheint.

Herr X hat in der Zwischenzeit auch eine Freundin (die er noch vor der Ehefrau und den Kindern geheim hält). Frau X erfährt von der Freundin und ist zutiefst verletzt, gekränkt. Sie will die Scheidung. Finanziell ist sie voll von Herrn X abhängig.

Konfliktparteien/Teilnehmer/Dauer:     
Frau und Herr X, Karin Mayr,
5 Mediationssitzungen zu je 2 Stunden.

Konflikt:
alle Versuche die Scheidung, Kinder, Gütertrennung, Unterhaltszahlung, etc. endeten im Chaos.

Konfliktbeurteilung:
Verletzung, Verlust des Vertrauens, beide wollten auf eine gute Elternebene kommen – nur aus eigener Kraft nicht mehr möglich – alle Versuche der Klärung enden im Streit.

Abschluss:     
Im Zuge der Mediation hat sich herausgestellt, dass Frau X schon über einen langen Zeitraum einen Beruf ausüben wollte zu der ihr eine Ausbildung fehlte. Ihre finanzielle Unabhängigkeit war Frau X ein großes Anliegen. Eine
Unterhaltszahlung für den Zeitraum in dem Frau X die Ausbildung absolvierte und ein späterer Verkauf des Hauses
sowie die Gütertrennung, Verantwortung und Unterstützung im Hinblick auf die Kinder, wurden vereinbart.

Erfolgsursache:
Herausarbeiten der gemeinsamen Interessen, Wiederherstellung  des Vertrauens, vor allem die Wertschätzung des Engagements der gemeinsamen Jahre.

Feedback:
Mein Resümee zur beigezogenen Mediationsbegleitung: Ich konnte wieder eine Gesprächs- wie Vertrauenskultur zum Partner aufbauen, geprägt von Angstabbau bei Emotionen und Zukunftsvisionen. Vergessen darf man dabei nicht, dass der Kostenaufwand in keinerlei Relation zu Zeit- wie Kostenaufwand bei rechtlicher Vertretung durch Dritter steht. Daher mein Credo: Agieren anstatt reagieren zu müssen.

Folgewirkung:
  
Die Scheidung ist ohne „Schmutzwäsche waschen“ über die Bühne gegangen. Das Vertrauen war wieder hergestellt, eine gute Basis für eine gelungene Elternebene wurde gefunden. Die Gütertrennung und Unterhaltszahlung wurden vereinbart.